breathing

Breathing – für gemischten Chor und Live-Elektronik (2005)

Besetzung: 8 Soprane, 8 Alte, 8 Tenöre, 8 Bässe
Dauer: 11′
UA: 2.2.2006, Wiener Musikverein, Gläserner Saal
Wiener Kammerchor, Dirigent: Johannes Prinz, Live-Elektronik: Matthias Kranebitter

Bearbeitung für: 3 Soprane, 4 Alte, 3 Tenöre, 4 Bässe
UA: 25.11.2009, Lutherische Stadtkirche, Wien
Wiener Jeunesse Chor, Dirigent: Ajtony Csaba, Live-Elektronik: Matthias Kranebitter

 

Das Stück ist aufgebaut aus den zeitlichen Strukturen von Atemzügen. Die Proportionen von Einatmen und Ausatmen strukturieren das Stück sowohl im großen formalen Ablauf wie auch in den kleinen musikalischen Phrasen.
Im gesamten stellt das Stück einen Atemzug dar, Aufbau und Verdichtung hin zu einem Punkt und darauf folgend Loslösung und Spannungsabbau wieder zurück zum ursprünglichen Zustand. jeder dieser zwei Teile lässt sich aber ebenfalls wieder in drei kleinere Zeitabschnitte unterteilen, die wiederum als Anspannung-Entspannung-Anspannung bzw. Entspannung-Anspannung-Entspannung zu sehen sind, also quasi wieder eine Folge aus Einatmen und Ausatmen. Und schlussendlich bilden sich diese kürzeren Abschnitte wieder aus noch kleineren Phrasen von Anspannung und Entspannung der einzelnen Stimmen.
Mittels der im Raum verteilten Klangquellen sollen auch Bewegungsabläufe erzeugt werden, ähnlich der Atmung eines großen, den ganzen Raum ausfüllenden Organismus. Auch der Eindruck der Erweiterung und der Verengung des Raumes soll entstehen, des Zusammenziehens und des Auseinandergehens. Die Elektronik dient der Verdeutlichung all dieser Effekte, sowohl des Raumeindruckes als auch der Verschmelzung der einzelnen Gruppen zu einem Ganzen. Hin und wieder tauchen auch konkrete, assoziative Klänge aus den Lautsprechern auf, meist aber ist es der Klang des Chores, der uns verfremdet wiederbegegnet.