pressestimmen 7enden

Zwischen Aufbruch und Nachhall
Uraufführungen zum Thema “Happy End” beim Wiener Grabenfest (27.juni 2007 17:15)
(…) So weit, so anregend, passend zu einer in Ehren jung gebliebenen Institution wie dem Grabenfest der Beamtenversicherung, die zum 16. Mal Bewegung in die Auftragslage österreichischer Musikschaffender bringt. Matthias Kranebitter, der 27-jährige Soundelektroniker und Komponist, zählte zu den dergestalt Musikbeauftragten: “7enden” hat er sein neues Werk genannt, dabei die einzelnen Parts mit konkreten Titel (“Aufstieg”, “Vermählung”, etc.) versehen. Musikalisch bedeutete dies freilich weniger modellhafte Finalzustände denn auf Weiterführung drängende Forschungsansätze.
Christoph Cech (p), Herbert Mayr (b) und Michael Williams (Cello) musizierten sorgfältig ausgearbeitete Miniaturen, die wie ein Katalog klingender Aggregatzustände anmuteten: Filigrane Glissando-Strukturen, pseudojazzige Swing-Abstraktionen, kontrapunktische Verflechtungen, strenge Geräuschtexturen – ihre stärksten Momente erreichte die Musik, wenn der Komponist selbst vom Mischpult aus intervenierte und den Klängen über elektronische Live-Prozessierung Unkalkulierbarkeit zurückgab.

(Andreas Felber / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.6.2007)